Einleitung
Der Fussballer im Mittelpunkt
Der Liechtensteiner Fussballverband hat sich in den letzten zehn Jahren insgesamt sehr positiv entwickelt. In letzter Zeit wurde unsere Entwicklung allerdings etwas gebremst, mehr noch: der LFV musste vor allem im Juniorenbereich Rückschläge in Kauf nehmen. Die Einheit in der Förderung zerbröckelte, dem Engagement und der Motivation fehlten das Feuer und – was nicht zu unterschätzen ist – die anderen haben massiv aufgeholt und ihre Tätigkeiten ausgebaut, intensiviert, professionalisiert. Kommt hinzu, dass sich auch der Fussball verändert hat: Er ist schneller, technisch perfekter und taktisch variantenreicher geworden.
Das vorliegende Konzept soll dieser Situation Rechnung tragen und Richtschnur für unsere Arbeit in den kommenden Jahren sein. Wir wollen den Fussball, die Fussballer und die Fussballerinnen in den Mittelpunkt stellen.
Was heisst dies für uns: Den Sportler in die Mitte stellen?
Erstens: Wir müssen wieder vermehrt den jungen Fussballer, die junge Fussballerin, ins Zentrum unseres Denkens und Handelns stellen. Dies erreichen wir dann am besten, wenn wir alle unsere Ziele und Tätigkeiten auf die Interessen und Bedürfnisse der Sportler ausrichten, im Breiten- wie im Spitzenfussball.
Im Spitzenfussball heisst dies: Erhöhung der Trainingsintensität, qualitative Verfeinerung des Trainingsangebots und der medizinischen Betreuung, langfristige Ausrichtung mit einheitlicher «unité de doctrine» und vor allem: früheres Hinführen zum Leistungssport. Im Breitensport geht es einerseits um die Schaffung einer guten Basis für den Leistungssport und später um ein lustvolles Ausüben des Fussballsports. Wichtig in diesem Zusammenhang ist daher das altersspezifische Training. In welchem Alter soll dem jungen Fussballer wie viel Technik, wie viel Kraft, Gymnastik und Schnelligkeit, wie viel Taktik, wie viel Motorik gelehrt werden?
Und zweitens heisst «den Sportler in die Mitte stellen» auch, dass wir nicht nur gute Sportler heranbilden, sondern dass diese auch gute Menschen werden und sich im Leben zurechtfinden. Es ist unser unbestrittenes Ziel, möglichst viele junge Fussballer zu Nationalspielern zu machen.
Dies setzt voraus, dass der Jugendliche bereit ist, taktisch, technisch und physisch hart an sich zu arbeiten. Wir wollen aber auch, dass die jungen Fussballer Werte fürs Leben lernen, wie Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, gemeinsam Verlieren und gemeinsam Gewinnen, sich aufeinander verlassen können und sich dem anderen gegenüber, sei es der Schiedsrichter, der Gegner oder der Mitspieler, fair und korrekt verhält.
Wir denken, es muss für uns alle, die in der Betreuung und Ausbildung des Fussballsports tätig sind, eine wertvolle Aufgabe sein, sich diesen Zielen zu verpflichten. Nicht unsere persönlichen Ambitionen sollen unser Tun beeinflussen, im Zentrum stehen soll der Fussballer und seine sportliche und menschliche Entwicklung.





