Geschichte
1982 – erstes offizielles Länderspiel
Die Liechtensteiner Nationalmannschaft trug im Jahr 1982 das erste offizielle Länderspiel aus. Vor einer stimmungsvollen Kulisse von 4.500 Zuschauern gastierte am 9. März die Schweizer Nationalmannschaft in Balzers. Der knappe 1:0 Sieg unserer Nachbarn war beste Propaganda für den Liechtensteiner Fussball. Ein Beweis für die Steigerungsfähigkeit von Amateur-Fussballern und nicht zuletzt natürlich auch eine Ermutigung für die LFV-Funktionäre, sich weiter für den Liechtensteiner Fussball einzusetzen.
Dieser Erfolg war natürlich auch Ansporn dazu, weitere Begegnungen auszutragen und so wurden gleich drei weitere Spiele geplant.
1. Länderspielsieg
Bereits im 2. offiziellen Länderspiel gegen eine Clubmannschaft aus Peking der Volksrepublik China gewann Liechtenstein mit 2:0 Toren. Dieser verdiente Sieg war vor allem dem FC Chiasso Söldner Manfred Moser zu verdanken.
Die Deutschen: eine Nummer zu gross
Die nächsten beiden Spiele gingen klar verloren. Zuerst gegen die Bayernauswahl mit 0:3 und danach gegen den 1. FC Nürnberg ganz deutlich mit 0:7.
Ausscheidungsspiele Olympia 84
Mit der erstmaligen Teilnahme an einem FIFA-Wettbewerb wurde ein weiterer Meilenstein in unserem Verband gesetzt. Liechtenstein musste im Rahmen der Olympia Ausscheidung 1984 gegen Holland antreten. Im Heimspiel der Liechtensteiner am 2. März 1983 dominierten die Profis aus den Niederlanden das Spiel von A bis Z und hätten bei besserer Chancenauswertung auch höher als mit 3:0 gewinnen können.
Das Rückspiel in Deventer am 15. März 1983 verlief nach Startschwierigkeiten erfolgreicher und so konnten die Mannschaft einen 3:0 Rückstand noch durch ein Tor von Manfred Frick auf 3:1 verkürzen.
Jubiläumsspiel gegen Österreich
Im Jahr 1984 wurden Freundschaftsspiele gegen den FC St. Gallen und anlässlich des 50jährigen Verbandsjubiläums gegen den österreichischen Nachbarn ausgetragen. Der FC St. Gallen gewann knapp mit 2:3 vor rund 1000 Zuschauern. Das Jubiläumsspiel gegen die Österreicher verlor Liechtenstein eindeutig mit 0:6.
Neubeginn
Nachdem seit Jahren (1985 – 1989) das Thema Aktiv-Auswahl bzw. Nationalmannschaft diskutiert, abgewogen und aufgeschoben worden war, fasste der Ausschuss am seiner Sitzung vom 26. November 1989 einen Entschluss, der Folgen haben sollte. Die Wiedergeburt der Nationalmannschaft war damit, zumindest theoretisch, vollzogen. Es lag nun am Vorstand, in den kommenden Monaten und Jahren konkrete Schritte zu unternehmen.
Der Sinn und Zweck einer Aktiv-Auswahl ergeht aus dem Konzept hervor, dass an dieser Ausschuss-Sitzung genehmigt wurde. Auszüge daraus:
In sportlicher Hinsicht
Für die aus Altersgründen aus der UEFA-Junioren-Mannschaft ausscheidenden Spieler kann die Aktiv-Auswahl eine Fortsetzung ihrer Spielpraxis auf höherer, internationaler Ebene bedeuten: Spielern liechtensteinischer Clubs, die in der 1. bis 4. Amateurliga tätig sind, sollte die Aktiv-Auswahl mit ihrem internationalen Spielbetrieb ein anzustrebendes Ziel darstellen und zu vermehrter sportlicher Selbstentfaltung führen. Nicht alle unsere talentierten Amateurspieler erhalten die Chance, in Nationalliga-Clubs zu spielen, so dass sich die Aktiv-Auswahl des Verbandes als Alternative hiezu anbietet. Schliesslich sollte davon ausgegangen werden können, dass regelmässige internationale Vergleichskämpfe zu einer allmählichen Niveauhebung im Verbandsgebiet beizutragen vermögen.
In Bezug auf Mitgliedschaft des LFV in UEFA und FIFA
Der UEFA und FIFA ist der LFV nicht ausschliesslich aus sportlichen Überlegungen beigetreten. Dennoch ist ein Mindestmass an internationaler Wettkampftätigkeit erforderlich, um den UEFA- und FIFA-Beitritt zu rechtfertigen. Im Moment ist die Teilnahme unserer UEFA-Auswahl an den Ausscheidungsspielen zum UEFA-Junioren-Turnier bis auf weiteres eingestellt worden, so dass wir zur Zeit als einziges UEFA-Mitglied an keinem internationalen Wettbewerb teilnehmen. Dies ist vom UEFA-Sekretariat auch mit Bedauern festgestellt worden. Mit der Bildung einer Aktiv-Auswahl kann zumindest ein begrenzter internationaler Spielbetrieb aufgenommen werden.
Aussenpolitische Bedeutung
Teilweise auch unter diesem Aspekt ist die Mitgliedschaft bei UEFA und FIFA erfolgt. Das Auftreten einer liechtensteinischen Auswahlmannschaft im näheren oder entfernten Ausland ist zweifelsohne geeignet, die Eigenstaatlichkeit Liechtensteins unter Beweis zu stellen.
Zwangspause von 6 Jahren
Nach 6 Jahren „Zwangspause“ bestritt Liechtenstein 1990 erstmals wieder ein Freundschaftsspiel. Im Rahmen der EM Qualifikation 1996 nahm die Liechtensteiner Nationalmannschaft offiziell erstmals an einem UEFA-Wettbewerb teil. Seither bestreitet die Nationalmannschaft die jeweiligen Qualifikationen zur Welt- oder Europameisterschaft.
Die WM Qualifikation 06 war mit 8 Punkten die bis anhin erfolgreichste Qualifikation aller Zeiten.
Ehrung „Mannschaft des Jahres“
Die Liechtensteiner Nationalmannschaft wurde in den Jahren 1999, 2004, 2005 und 2007 im Rahmen des Sportler-Treffs des Liechtensteinischen Olympischen Sportverbandes zur Mannschaft des Jahres geehrt. Dieser Anlass mit jeweils zahlreichen Gästen aus Sport und Politik bildet immer der gesellschaftliche Höhe- und Schlusspunkt des liechtensteinischen Sportjahres.





